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Vom Exzeptionalismus zum Normalfall - Bestandsaufnahme zur Europeanität der Schweiz

Eurostudia, Jg.1, Nr. 1, Juni 2005
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Manuel Meune, Université de Montréal
Auch als Nicht-Mitglied der Europäischen Union beteiligt sich die Schweiz an der großen Debatte über die Identität des Kontinents. Die Beitrittsfrage steht immer noch nicht auf der Tagesordnung, aber es tobt der Streit zwischen den Befürwortern und Gegnern des so genannten „bilateralen“ Wegs, der das Verhältnis zur EU regeln soll. Die Aussicht auf einen Beitritt zum Schengen-Abkommen hat 2004 die Diskussionen über nationale Grenzen sowie über das Verhältnis zwischen Einheimischen und Zuwanderern neu entfacht, und in manchen Fällen schien das Denken in ethnischen Kategorien gegen das Ideal der schweizerischen „Willensnation“ zu verstoßen. Außerdem stellen die Fortschritte des Englischen als erster unterrichteter Fremdsprache die Frage nach dem Fortbestand des helvetischen Mehrsprachigkeitsmodells - was wiederum die Herausforderung des europäischen Aufbaus widerspiegelt.