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Religion definieren: Neue Modelle politischer governance in Katalonien und Spanien

Jg. 4, Nr. 1, August 2008
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Maria del Mar Griera Llonch, Universitat Autònoma de Barcelona

Historisch betrachtet ging Religionspolitik in Spanien vom Staat aus und war auch vollständig vom Zentralstaat kontrolliert. Seit dem Ende der Franco-Ära et vor allem seit dem Beginn der 90er Jahre fanden jedoch diesbezüglich bedeutende Veränderungen statt. Der vorliegende Artikel unterscheidet demgemäß zwei religionspolitische Modelle: das erste kann als „top-down“-Ansatz verstanden werden, während das zweite eher als „bottom-up“-Prozess der Steuerung religiöser Bewegungen aufzufassen ist. Das erste Modell besteht im wesentlichen in der Anwendung des traditionellen Verhältnisses Staat-Kirche auf die Kontrolle religiöser Minderheiten. Das zweite Modell ist neu und propagiert eine veränderte Verhaltensweise ihnen gegenüber. Es ist deutlich beeinflusst von Überlegungen interreligiöser Gruppen und Theorien des Multikulturellen. Dieses Modell trat erstmals in Katalonien in Erscheinung und verbreitet sich schrittweise in ganz Spanien. Die beiden Modelle sind gleichwohl nicht vollständig jeweiligen Entwicklung.