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J. S. Bach und die musikalische Erfindung eines europäischen Raumes

Jg.2, Nr.1, September 2006
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Thomas DOMMANGE (Montréal)

Vorliegender Artikel befasst sich mit dem Problem der Bestimmung eines europäischen Raumes unter ästhetischen Gesichtspunkten. Ausgehend von den vielzitierten Schwierigkeiten der Bestimmung eines europäischen Territoriums, ja seiner unmöglichen geographischen Eingrenzung, wird die Unterscheidung zwischen Territorium und Raum benutzt zur Entwicklung der These, dass der eigentliche europäische Raum möglicherweise gar nicht physisch zu verstehen ist, sondern ästhetisch, und hier vor allem musikalisch. Am Beispiel der Brandenburgischen Konzerte Johann Sebastian Bachs wird der Frage nachgegangen, in welchem Sinn und wie die Musik einen eigenen Raum errichten kann, also einen nicht-geographischen, aber gleichwohl realen Raum, innerhalb dessen sich eine bestimmte universalistische Idee Europas artikulieren kann.