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Freitag, den 5. Januar 2007

Gemeinschaftliche Fiskalpolitik und das Problem der Steuerparadiese

français

Der französische Parlamentsabgeordnete Arnaud Montebourg, bekannt für seinen Kampf für die Abschaffung der Steuerparadiese, beschäftigt sich in einem Beitrag vom 2. Januar in der Libération mit der Entscheidung des berühmten französischen Sängers Johnny Hollyday, sich in der Schweiz niederzulassen, um sich der Besteuerung in Frankreich zu entziehen. Montebourg geht es weniger um den Einzelfall des Popstars als um die zahlreichen Niederlassungen großer internationaler Unternehmen, die in der Schweiz Zuflucht finden. Er nennt Hewlett-Packard, Gillette, Procter & Gamble, Ralph Lauren, Colgate Palmolive, Pfizer, Cisco, General Motors, Amgen, Biogen, Philip Morris, Medtronic, Iridian Technologies als Beispiele für die 1400 Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und schätzt die Summe an Steuergeldern, die diversen Ländern, darunter mehrere Mitglieder der EU, entgehen, auf 32 Millionen Euro. « Die Genfer Republik lockt Firmenniederlassungen mit einem Steuersatz von 6,4 % gegenüber 33 % in Frankreich, 30 % in England, ungefähr 30 % in Deutschland. Im übrigen wurde hinreichend belegt, dass dieses Steuerparadies in extremer Weise Steuervorteile gewährt, die im Vorhinein mit den fraglichen Unternehmen für eine festgelegte Zeit und unter Umgehung seines eigenen Parlaments ausgehandelt wurden », schreibt der Abgeordnete, der sich abschließend fragt, warum die EU nicht einen entschlosseneren Kampf gegen diese Praktiken führt.