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Die Vergleichbarkeit von Kulturen

Jg. 4, Nr. 2, Dezember 2008
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Johann P. Arnason, La Trobe University

Wird Braudels Idee einer Grammatik der Zivilisationen ernster genommen, als dies im gleichnamigen Buch geschieht, dann müssen die gemeinsamen Komponenten unterschiedlicher Kulturformen genauer definiert werden. Die Arbeitshypothese von M. Hodgson, wonach die Unterschiede zwischen den Kulturen weniger von ihren konstitutiven Elementen als von deren relativem Gewicht und dem Wechselverhältnis zwischen ihnen abhängt, kann uns hier als Leitfaden dienen. Der vorliegende Aufsatz diskutiert mehrere Ansätze, die sich mit dieser Problematik befassen. Zivilisationen können im Rückgang auf Durkheim und Mauss als unterschiedliche Weisen angesehen werden, ihre kulturelle, politische und ökonomische Dimension in Beziehung zueinander zu setzen. Sie können auch im Hinblick auf die grundlegenden Strukturen der Traditionsbildung untersucht werden, wobei der Akzent auf Phänomenen der longue durée liegt. In dieser Hinsicht sind die Untersuchungen Hodgsons besonders nützlich. Schließlich können, wie das etwa bei S. N. Eisenstadt geschieht, Zivilisationen als Rahmen angesehen werden für die langfristige Transformationen der Beziehungen zwischen dem kulturellen, dem institutionellen und dem organisatorischen Niveau von Gesellschaften.