revue Eurostudia-Le Centre canadien d'�tudes allemandes et europ�ennes
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Die Suche nach der Europäischen Identität

Eurostudia, Jg.1, Nr.1, Juni 2005
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Konstantinos Arvanitakis, McGill University
Die Lektüre Homers, Platons und der griechischen Tragödien gibt Grund zu der Annahme, dass die Identitätsprobleme, die uns quälen, ihren Ursprung im Mythos einer ursprünglichen Verletzung haben. Dieser Mythos der Spaltung eines ursprünglichen Ganzen findet seinen treffendsten Ausdruck in Aristophanes’ Ausführungen aus Platons Symposion. Er scheint uns gleichzeitig Voraussetzung für die Reflexion über das Problem der (sowohl personalen als auch kollektiven) Identität zu sein und in diesem Sinn, als Trauma, das die Ontologie des Identischen bestimmte und bestimmt, die Matrix für unsere notwendigerweise intersubjektivistische Konzeption von „Europa“ zu liefern. Unsere Überlegungen zielen auf diese Notwendigkeit und gelangen zu dem Schluss, dass in der Anerkennung dieser ursprünglichen Verletzung als kollektives Trauma die Voraussetzung dafür besteht, Identität auf der Grundlage einer beständigen Aktualisierung des Tragischen als kontinuierlichen Übergang zur Alterität zu begreifen.