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Das Vordringen asiatischer Schwellenländer auf dem Weltmarkt: Konsequenzen für Multilateralismus/Regionalismus im internationalen Handel

Jg. 3, Nr. 1, Dezember 2007
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Brigitte Lévy, University of Ottawa

Der vorliegende Aufsatz untersucht den Prozess konkurrierender Marktliberalisierung, der in Richtung globalen Freihandels und zunehmender ökonomischer Integration treibt. Dabei wird der hochkompetitive Charakter des Handelssystems deutlich, in dem nordamerikanische, europäische und asiatische Länder ökonomisches Wachstum durch verstärkten Außenhandel und über die Wertschöpfungsketten von multinationalen Konzernen herbeizuführen suchen. Im ersten Abschnitt wird gezeigt, dass sich die regionale Integration weltweit verstärkt, wobei die jeweiligen Hauptakteure auf multilaterale, in jüngster Zeit auch verstärkt bilaterale Abkommen setzen. Im nächsten Abschnitt werden Formen der Regionalisierung untersucht unter besonderer Berücksichtigung Asiens. Das wichtigste Handelsabkommen in der Region, ASEAN, strebt eine verstärkte Weltmarktintegration an. In jüngerer Zeit hat es insbesondere Abkommen mit Japan, Südkorea und den Schwellenländern Indien und China vorangetrieben. Infolgedessen geht der Artikel der Frage nach, inwieweit in Asien ein neues Welthandelszentrum entsteht. Abschließend werden die Schwierigkeiten der Doha-Runde und ihr derzeitiger Stillstand als Ausdruck des dringenden Erfordernisses globaler Governance und diese stützender Institutionen gewertet. Der Beitrag untersucht kritische Punkte des globalen Systems wie etwa die volle und gleichberechtigte Teilnahme aller Handelspartner inclusive der Schwellen- und Entwicklungsländer am Entscheidungsprozess der internationalen Institutionen oder die Verfolgung des Ziels nachhaltiger Entwicklung. Des weiteren darf die Bedeutung der Unterschiede in den verschiedenen Handelskulturen nicht verkannt werden, soll es zu einem besseren Verständnis des internationalen Handels kommen.