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Aspekte von Kolonialismus und Postkolonialismus in Schwarzafrika

Jg. 3, Nr. 2, Dezember 2007
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Mathieu Petithomme (Institut Universitaire Européen de Florence)

In diesem Aufsatz werden die Auswirkungen des Kolonialismus auf die postkoloniale Politik und Kultur untersucht. Zu diesem Zweck arbeitet er in einem ersten Schritt den Bruch heraus, den die Einführung der kolonialen politischen Ökonomie bedeutete. Sodann wird der Prozess aufgezeigt, in dem vom 16. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert das französische Empire und die französische Kolonialrepublik in Afrika etabliert wurden. Inbegriff des Triumphs der republikanischen Rechtsordnung, legte Frankreich einen juridischen und moralischen Dualismus an den Tag, der zu Rechtlosigkeit und einem permanenten Ausnahmezustand führte. Der Verweis auf seine zivilisatorische Rolle als Anwalt der Menschenrechte diente zur Rechtfertigung systematischer Gewalttätigkeit und Zwangsherrschaft. Im Schlussabschnitt wird der Einfluss dieser kolonialen Praktiken auf die nachkoloniale Politik und Kultur herausgearbeitet, indem zahlreiche Politiker, statt sich von der traumatischen kolonialen Vergangenheit abzuwenden, sie vielmehr als Blaupause für die eigenen undemokratischen Machtpraktiken verwenden.